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Der Schweizer Pharmakonzern vereinbart mit der chinesischen Hansoh Pharma eine weitere, vertiefte ADC-Partnerschaft mit potenziellen Meilensteinzahlungen von mehr als 15 Mrd. US-Dollar. Dies geschieht in einer gemischten Nachrichtenlage: Während China seine Biotech-Technologien stärker vor dem Abfluss ins Ausland schützen will, liegen neue Investitionsentscheidungen von Roche in Deutschland vorerst auf Eis.

Die vermeintliche Sommerpause ist vorbei, auch da war Einiges los, im September aber trudelten viele weitere Meldungen aus der DACH-Region bei uns ein, die eine Beachtung mindestens in Kurzformm wert sind. Manches davon haben wir in den ausführlicheren Berichten auch von mehreren Seiten beleuchtet.

Roche hat an einem Tag zwei neue Forschungskooperationen mit Atavistik Bio und Earendil Labs vereinbart. Zusammen könnten die Deals mehr als 3,47 Mrd. US-Dollar wert sein. Besonders Earendil zeigt, wie stark Big Pharma inzwischen auf externe Plattformen und frühe Programme setzt.

Während Novartis seine kleinvolumige Biologika-Produktion im Kleinbasel bis Ende 2027 aufgeben will, baut Roche seinen Basler Hauptsitz weiter aus. 790 Mio. Schweizer Franken fließen in eine neue Anlage für synthetische Wirkstoffe. Dahinter steht mehr als ein Bekenntnis zum Standort: Forschung, Entwicklung und Produktion sollen enger zusammenrücken.

36,5 Mio. US-Dollar zahlt Roche zunächst an die US-amerikanische Dualitas Therapeutics, um mehr als 300.000 Kombinationen für bispezifische Antikörper zu screenen. Das junge Biotech-Unternehmen wird dabei von zwei Managern mit Roche- beziehungsweise Genentech-Vergangenheit geführt. Für Roche ist der Deal ein weiterer Schritt, bispezifische Antikörper auch jenseits der Onkologie systematisch zu erschließen. Insgesamt könnte der Deal sogar die Milliardenschwelle erreichen.

Wirkstoffe ins Gehirn: YUMAB und ISAR Bioscience wollen den Transferrin-Rezeptor nutzen, um Biologika über die Blut-Hirn-Schranke zu schleusen. Die Kooperation reiht sich in einen wachsenden Wettlauf um BBB-Shuttles ein – denn wer den Transportweg ins Gehirn beherrscht, könnte neue Wirkstoffklassen für neurologische Erkrankungen erschließen.

Novartis zahlt potenziell 3,2 Mrd. US-Dollar für einen Zugang zu Alteogens Plattform für subkutane Arzneimittel. Dahinter steckt mehr als Patientenkomfort: Delivery-Technologien werden zu einem wichtigen Instrument für Lifecycle-Management und neue Wirkstoffklassen.

Kleine und große Nachrichten erhalten in der Kurzübersicht auf transkript.de genau den gleichen Platz, nämlich ungefähr 400 Zeichen. Oft liegt es ja im Auge des Betrachters oder gar des Betroffenen, welche dieser Meldungen als besonders eingestuft wird. Es war eine ganze Menge los im Juni, trotz Hitze.

Novartis baut die Partnerschaft mit Orionis aus bei einem Dealvolumen von bis zu 1,4 Mrd. US-Dollar. Die Molecular-Glue-Technologie von Orionis Biosciences scheint auch für andere Pharmafirmen hochinteressant zu sein. Novartis war erstmals 2020 an Orionis kleben geblieben.

Neue US-Zölle auf Medikamente erhöhen den Druck auf Europas Pharmakonzerne. Unternehmen wie Roche und Novartis reagierten mit milliardenschweren Investitionen in den USA. Der vfa fürchtet nun eine weitere Verlagerung von Produktion und Innovation und sieht Europa immer mehr ins Hintertreffen geraten, wenn nicht reagiert werde.